Denkmal des unbekannten Soldaten
Athen
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Athen

Wie kommt man

In der griechischen Hauptstadt befindet sich an der Mauer des Parlamentsgebäudes eine Ehrung für gefallene Krieger aus diversen Freiheitskämpfen. Diese Stätte liegt direkt unterhalb des Parlaments, eingerahmt von zwei großen Treppen, die zum Eingang führen. Ein Relief, das einen gestorbenen Kämpfer darstellt, sowie Zitate aus Perikles' Trauerrede sind prominent platziert. Rings um das Denkmal sind Schlachtfelder eingraviert, Zeugnisse schwerer Auseinandersetzungen.

Unbekannter Soldat

Rund um die Uhr bewachen zwei Evzonen, Elitekrieger der Präsidentengarde, das Grabmal des unbekannten Soldaten.

Die Idee eines Denkmals für den unbekannten Krieger entstand in Frankreich nach dem verlustreichen Ersten Weltkrieg. Andere Nationen übernahmen diese Tradition in den folgenden Jahren.

Im Jahr 1926 beschloss Griechenland, dem Beispiel anderer europäischer Nationen folgend, den namenlosen Kriegshelden zu Ehren ein Denkmal in Athen zu errichten. Dafür wurde der Syntagma-Platz umgestaltet. Die Initiative ging vom damaligen Verteidigungsminister Theodoros Pangalos aus. Am 28. Februar des Jahres kündigte die Regierung einen Wettbewerb für das beste Entwurf des Denkmals an, aus dem der Architekt Emmanuil Lazaridis als Sieger hervorging.

Am 25. März 1932, zum Nationalfeiertag Griechenlands, wurde das vom Bildhauer Fokion Rok gestaltete und von Lazaridis geleitete Denkmal für den Unbekannten Soldaten eingeweiht. Die Feierlichkeiten waren geprägt von einer festlichen und würdevollen Stimmung. Die Ehrenwache am Denkmal oblag zunächst der «Wache des Präsidenten der Republik», die später in «Wache des Denkmals des Unbekannten Soldaten» umbenannt wurde. Diesen Namen trug die Einheit bis 1935. Danach wurde sie als «Präsidentengarde» bekannt, eine Bezeichnung, die sich fast bis zum Ende der Diktatur 1967 hielt. Nach politischen Veränderungen im Jahr 1974 wurde der Name «Präsidentengarde» offiziell bestätigt.

Aktuell zählt dieser Ort zu den zentralen Stätten in Athen. Im Mittelpunkt steht eine imposante Darstellung: Ein Relief zeigt Kostas Dimitriadis, einen sterbenden griechischen Soldaten in voller Montur. Ringsum sind Inschriften angebracht, die von historischen Gefechten künden, an denen griechische Kämpfer beteiligt waren. Die jüngste Schlacht, die erwähnt wird, fand 1974 auf Zypern statt.

Präsidentengarde und Wachwechsel

Die «Evzones» sind Mitglieder der Präsidentengarde, einst von König Otto ins Leben gerufen, um die Königsfamilie zu schützen. Ihre Tracht reflektiert die süd-griechische Bekleidung des 19. Jahrhunderts. Die rote, osmanisch inspirierte Mütze steht für das Blut, das während der Revolution gegen die Osmanen vergossen wurde, die schwarzen Quasten repräsentieren die griechischen Tränen unter 400 Jahren osmanischer Herrschaft. Jede der 400 Falten des Kilts symbolisiert ein Jahr der Unterdrückung.

Gedenkfeiern in Athen

Jährlich wird an der Gedenkstätte des Unbekannten Soldaten in der griechischen Hauptstadt zweifach der Nationalgeschichte gedacht. Ein Schlüsseldatum ist der25. März, der als Unabhängigkeitstag gilt. An diesem Tag im Jahre 1821 rief der Bischof von Patras, Germanos, in der Abtei Agia Lavra in den nordpeloponnesischen Bergen die Revolution gegen die osmanische Herrschaft aus und hisste dabei die Fahne.

Gedenktag des griechischen «Oxi»

Am 28. Oktober gedenkt Griechenland der mutigen Zurückweisung Mussolinis Forderungen im Zweiten Weltkrieg durch Ministerpräsident Ioannis Metaxas. Sein entschiedenes «Nein» zur Kapitulation lehnte die Invasion ab. Besucher können die eindrucksvolle Wachablösung der Evzonen am Grab des unbekannten Soldaten erleben. Diese Prozession beginnt bei den Kasernen neben dem Nationalen Botanischen Garten und endet auf dem Platz, wo die Wachen wechseln.

An der Syntagma-Platz, direkt vor dem griechischen Parlament, findet ein fesselndes Ritual statt: Nach 45 Minuten absoluter Reglosigkeit, gemäß strengsten Vorschriften, beginnen die Evzonen, die traditionellen Wachen, mit synchronen Bewegungen ihre Arme zu schwenken — wahrscheinlich um ihren Blutkreislauf zu beleben. Anschließend übernimmt eine frische Truppe das Kommando. Die gesamte Zeremonie, die den Wachwechsel markiert, dauert eine Viertelstunde. Nicht weit davon entfernt befindet sich das Grab des unbekannten Soldaten, ein Symbol des Respekts und der Erinnerung.

Um Ihr Ziel zu erreichen, können Sie die U-Bahn-Linien U2 (rot) und U3 (blau) bis zur Haltestelle Syntagma nutzen. Alternativ erreichen Sie Syntagma auch mit den Bussen E14 und ×14, die an der Haltestelle Afeteria halten. Weitere Verbindungen bieten die Linien 227, 230, 790, 856, A2, B2 sowie die Trolleybusse 1, 2, 4, 5, 11 und die Straßenbahnlinien T4 und T5.

Tipps

  • Das Gebäude des Parlaments war früher ein königlicher Palast zur Zeit der Monarchie. Ein Spaziergang um das Gebäude bietet sich an, um die historische Architektur auf Fotos festzuhalten.
  • Direkt neben dem Parlamentsgebäude ist der Eintritt in den Nationalen Botanischen Garten kostenfrei. Es ist eine Oase der Ruhe und Natur mitten in der Stadt.

Besuch des Unbekannten Soldaten-Denkmals

Jeden Sonntag um 11 Uhr findet eine beeindruckende Wachablösung auf dem zentralen Platz der Nation statt. Zahlreiche Besucher versammeln sich, um Zeuge dieser feierlichen Tradition zu werden, die besonders an den Tagen des 25. März und 28. Oktober stattfindet.